Patientenaufnahme- und Behandlungsprozesse: Determinanten im Patientensicherheitssystem
Die Patientenaufnahme spielt eine entscheidende Rolle für die Patientensicherheit, indem sie in den Anfangsphasen des Behandlungsprozesses und bei wichtigen Übergängen im Behandlungsablauf eingreift. Obwohl sie traditionell als administrative Funktion betrachtet wird, macht ihr direkter Einfluss auf Terminplanung, Patientenidentifizierung, Empfang und Behandlungskoordination die Patientenaufnahme zu einem zentralen Element des Risikomanagementsystems.

Aus dieser Perspektive ist die Patientensicherheit bei der Aufnahme in verschiedene Dimensionen unterteilt, die den gesamten administrativen und pflegerischen Ablauf des Patienten umfassen:
- Sicherheit beim Termin
- Sicherheit in der Pflege
- Sicherheit durch Kontinuität der Versorgung
- Organisationssicherheit
- Wahrgenommene Sicherheit (Querschnittsthema)

Diese Dimensionen ermöglichen es uns, die Patientensicherheit aus einer umfassenden Perspektive zu betrachten, in der administrative Prozesse nicht auf das operative Management beschränkt sind, sondern als Elemente fungieren, die die Qualität, Kontinuität und Sicherheit des Pflegeprozesses direkt beeinflussen.
- Sicherheit beim TerminDies umfasst Prozesse im Zusammenhang mit der Terminplanung, der Durchführung von diagnostischen Tests und der Planung von Operationen, bei denen die Risiken durch Verzögerungen, Planungsfehler oder mangelnde klinische Priorisierung besonders hoch sind. Ein adäquates Terminmanagement ist die erste organisatorische Hürde für die Gewährleistung einer lückenlosen Patientenversorgung.
- Sicherheit in der PflegeEs ist mit der Aufnahme des Patienten bei ambulanten Konsultationen, Notfällen, Operationen und Krankenhausaufnahmen verbunden, wobei die eindeutige Identifizierung, die Überprüfung des Prozesses und die korrekte Patientenzuordnung eine Schlüsselrolle bei der Vermeidung von Fehlern spielen.
- Sicherheit durch Kontinuität der VersorgungEs integriert Überweisungs- und Verlegungsprozesse, die Koordination mit anderen Gesundheitseinrichtungen, das Management von Nichterscheinen bei klinisch risikobehafteten Patienten sowie die Kontinuität und Nachvollziehbarkeit des Behandlungsprozesses. Diese Dimension führt einen proaktiven Ansatz ein, der darauf abzielt, Verluste im Diagnoseprozess zu vermeiden und eine lückenlose Nachsorge der Patienten während des gesamten Prozesses zu gewährleisten.
- Organisationssicherheit: umfasst die strukturellen Elemente, die den sicheren Betrieb des Systems ermöglichen, wie beispielsweise die Kompetenz des Personals und die Organisation des Risikomanagements im Aufnahmebereich.
- Qualität der bereitgestellten InformationenDie Verständlichkeit der Anweisungen, die Erreichbarkeit des medizinischen Fachpersonals und die Unterstützung der Patienten beeinflussen unmittelbar die korrekte Vorbereitung der Behandlungsprozesse, die Kontinuität der Versorgung und die Reduzierung vermeidbarer Fehler. Die Qualität der Informationen ist besonders wichtig bei der Planung von diagnostischen Tests, der Vorbereitung von Eingriffen und der Koordination von Nachsorgeterminen, da unzureichende Kommunikation zu Zwischenfällen, wiederholten Untersuchungen oder Verzögerungen in der Behandlung führen kann.
- Gefühlte SicherheitPatientenvertrauen wird als die Gewissheit des Patienten verstanden, dass der Behandlungsprozess ordnungsgemäß organisiert ist, er über alle notwendigen Informationen verfügt und etwaige Fragen unkompliziert klären kann. Es ergänzt die klinische und organisatorische Sicherheit, beeinflusst sowohl die Einhaltung von Anweisungen als auch die Früherkennung potenzieller Probleme und trägt zudem zu einer menschlicheren Behandlungsumgebung bei. Es hängt insbesondere mit der Klarheit der Terminvereinbarungen, der vor Untersuchungen und Eingriffen bereitgestellten Informationen, der Verfügbarkeit von Kontaktmöglichkeiten und der Koordination der Termine zusammen – Elemente, die größtenteils von der Patientenaufnahme gesteuert werden.
Die strukturierte Analyse des Aufnahmeprozesses ermöglicht somit die Identifizierung kritischer Bereiche im Zusammenhang mit der Terminplanung, der Programmierung von diagnostischen Tests und Therapien, der Operationsplanung, der Patientenaufnahme in verschiedenen Gesundheitseinrichtungen, Überweisungen und Verlegungen, der Koordination mit anderen Gesundheitsorganisationen sowie der Kontinuität und Nachvollziehbarkeit des Behandlungsprozesses. Dieser Ansatz zeigt, dass die Patientensicherheit während der Aufnahme durch mehrere miteinander verbundene Teilprozesse gewährleistet wird und nicht allein zum Zeitpunkt der Krankenhauseinweisung.
Drei Säulen der Patientensicherheit bei der Aufnahme
Die Patientensicherheit bei der Aufnahme basiert auf drei grundlegenden Säulen:
- Koordination zwischen den VersorgungsebenenDadurch wird die Kontinuität gewährleistet und eine Fragmentierung des Prozesses verhindert.
- Die Schulung des Verwaltungspersonals, der Schlüssel zur Reduzierung organisatorischer Fehler.
- Integration der Zulassung in das Risikomanagementmit klar definierten Verantwortlichkeiten und Zielen.
Diese Elemente ermöglichen es uns, uns von einem rein administrativen Ansatz hin zu einem sichereren, besser koordinierten Modell weiterzuentwickeln, das den gesamten Pflegeprozess in den Mittelpunkt stellt.
Zukünftige Herausforderungen für Aufnahmedienste im Hinblick auf die Patientensicherheit
Die Aufnahmedienste entwickeln sich über die reine Terminverwaltung hinaus zu einem Schlüsselelement der Patientensicherheit. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und fortschrittliche Terminplanung ermöglichen es Patienten, Risiken vorherzusehen, Wartezeiten zu verkürzen und die Kontinuität der Behandlung zu verbessern.
Die Nachvollziehbarkeit des Diagnoseprozesses erleichtert die Erkennung von Unterbrechungen, fehlenden Nachuntersuchungen und Verzögerungen mit klinischen Auswirkungen. Ebenso ermöglichen risikobasierte Priorisierung und Warnmeldungen bei unvollständigen Behandlungspfaden ein frühzeitiges Eingreifen. Diese Fortschritte tragen außerdem zu höherer Effizienz, geringerer organisatorischer Variabilität und einer besseren Patientenerfahrung durch verbesserte Information und Kommunikation bei.

Die Herausforderung besteht darin, ein Modell zu festigen, in dem die Gesundheitsplanung Teil des Risikomanagements ist und so eine sicherere, besser koordinierte und patientenzentrierte Versorgung gewährleistet wird.
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